Amseln fangen langsam an zu singen, zaghaft erst, dann sich gegenseitig ansteckend. der Himmel ist schwarz-blau. Keine Wolke, ein paar Sterne.
Wir verbringen die Osternacht in der Jugendkirche. Eine halbe Stunde noch, dann beginnt der Gottesdienst zur Auferstehung Jesu.
Vieles haben wir in dieser Nacht schon miteinander erlebt, haben die Geschichte der Karwoche miteinander nachvollzogen, den Verbindungen der alten Geschichte zu unserem Leben nachgespürt.
Jetzt stehe ich gerade vor dem Kirchenportal, ein bisschen frische Luft schnappen mit meiner Kollegin, als eine Polizeistreife vor der Kirche hält. Sie seien von einer Nachbarin alarmiert worden. Leute gingen in der Kirche ein und aus, aber es sei dort doch dunkel und sonst wäre es bei Veranstaltungen doch immer hell und laut. Freundlich sind die beiden Beamten, die Streifenführerin beruhigt die Nachbarin und dankt für ihre bürgerliche Sorge und wünscht uns frohe Ostern.
Ein feines symbolisches Bild - ganz unabsichtlich - aber: Ist es schon verdächtig, wenn in einer Kirche Leben ist?
Merkwürdig berührt gehe ich aus dieser Nacht, dann später nach dem gemeinsaen Frühstück und Aufräumen. Einen Satz noch deutlich im Ohr, der das ganze von Ostern gut trägt, ein abgewandeltes Pauluswort: "Wenn Gott für dich ist, wie kannst du dann gegen dich sein?"
Stadtjugendpastor - Leiter des Evangelischen Stadtjugenddienstes
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